Freitag, März 16, 2012

Baselworld 2012: Best in Show

So. Das waren sie nun also wieder. Die komprimierten Neuheiten der (Taucher-)Uhrenbranche, verteilt über ein paar überdurchschnittlich vollgepackte Tage, was logischerweise vor allem die Neuheiten und Aktualitäten der Baselworld 2012 betrifft.

Ein paar der in den letzten Beiträgen gezeigten Uhren wurden natürlich schon vorher hier oder anderswo präsentiert, ein paar andere hatten dafür tatsächlich vor Ort Weltpremiere, manche wurden vorerst nur inoffiziell gezeigt. Und wieder andere Neuheiten wurden ausschliesslich zum Jahresauftakt am SIHH enthüllt. - Höchste Zeit deshalb für mich, nach den eher quantitativ orientierten Berichten aus Basel jetzt endlich mal wieder eine subjektive, qualitative Meinung abzugeben, was denn nun die eigentlichen Highlights bislang waren – denn, so ehrlich kann ich durchaus sein, trotz der Fülle an neuen Uhren, der Jahrgang 2012 wird aus meiner Sicht nicht unbedingt als Spitzenjahr ins Geschichtsbuch der Taucheruhr eingehen… und somit ist ein abschliessendes “Best of” umso wichtiger, um nicht nur die Spreu vom Weizen zu trennen, sondern auch bei der Erstellung allfälliger Einkaufslisten zu helfen... ;-)

Die Regeln:
Auch wenn wir uns hier auf das Jahr 2012 fokussieren, die Handhabung der Jahresgrenze nach hinten wurde ausnahmsweise etwas flexibel gehandhabt, da wir ansonsten auf so bedeutende Kandidaten vom Herbst 2011 à la Blancpain X-Fathoms verzichten müssten… davon abgesehen herrschte bei der Wahl natürlich strengste Diktatur und Intransparenz, und Bestechungsgelder sind in Hülle und Fülle geflossen :-)

Die Trends:
Kurz zusammengefasst lässt sich das bislang Gesehene so charakter- resp. kategorisieren:

  • Mittlerweile gibt es praktisch nur noch Lünetten mit (Saphir-)glaseinlage, oder Lünetten aus Keramik. Klassische Stahl- oder Aluminium-Ringe werden bei den Neuheiten eher weniger denn mehr.
  • Dafür scheint die Kombination schwarz/gold im kommenden Sommer ein absolutes Must zu werden, wie uns Glycine, Omega und Breitling eindrücklich gezeigt haben.
  • Ohne Tauchchrono scheint fast kein Hersteller mehr auskommen zu wollen.
  • Innenliegende Lünetten haben ihre Hochphase für den Moment dafür eher wieder hinter sich, auch wenn mit Hublot, Perrelet und Maurice Lacroix gleich drei interessante Vertreter dieser Gattung lanciert wurden.
  • Und generell ist weiterhin eine Rückkehr zu klassischeren Formen und historischen Modellen zu sehen, dafür blieben weitere Extrem-, respektive Rekord-Taucheruhren bislang eher eine Ausnahme.

Genug damit aber mit der Theorie, Zeit für die angekündigte Rangliste:

Die Top-Ten (Grossansicht bei Klick):

1. Rolex Submariner No Date – natürlich ist es bezeichnend für den ganzen Jahrgang, wenn eine der klassischsten aller Taucheruhren den Spitzenplatz belegt… aber die Entscheidung von Rolex, dieses Basismodell a) weiterhin beizubehalten und es b) so behutsam und gelungen den neuen Formen anzupassen, hat zu einem augenblicklichen Klassiker geführt und zur optisch vermutlich ausgewogensten Taucheruhr aus dem Hause Rolex. Leider zu Lasten der Preisgestaltung… Trotzdem: nicht nur für diese Liste eine sichere Wahl und somit ein verdienter erster Rang.
2. Hublot Oceanographic 1000m – Optisch und konstruktiv durchwegs eigenständig und typisch Hublot, auch wenn natürlich wieder völlig over-engineered, bleibt die Oceanographic Chrono aus jedem Winkel interessant anzuschauen. Oder anders gesagt: Hublots erster Tauchchrono ist auf Anhieb gelungen, und einer der wenigen Chronos mit der fürs Tauchen überaus sinnvollen zentralen Minutenanzeige, selbst wenn der Tragekomfort angesichts all der Kronen und Räder eingeschränkt sein dürfte und das proprietäre Band bei einer Uhr dieser Liga etwas einschränkt. Silber für Hublot also, und solange kein offizielles Bild von der Uhr existiert, behelfen wir uns aus stillem Protest mit einem Phantom-Bild… ;-)
hublot
3. Blancpain X-Fathoms
Die bereits im Herbst 2011 präsentierte X-Fathoms von Blancpain ist in erster Linie ein mechanischer Meilenstein, und erst in zweiter ein trag- resp. bezahlbarer Begleiter für den Taucher, der sich auf einen mechanischen Tiefenmesser verlassen möchte. Ungeachtet dessen ist Blancpain mit der Fusion von Hightech, Präzision und Historie ein ganz, ganz grosser konzeptioneller Wurf gelungen, zu dem man dem Unternehmen nur gratulieren kann.
4. Jaeger-LeCoultre Deep Sea Vintage Chrono – erstmals am SIHH 2012 gezeigt, ist die Deep Sea Vintage in ihrer Ausführung als Chronograph natürlich historisch völlig unkorrekt, dafür optisch ein, wenn nicht gar mit Abstand der schönste Neuzugang im Uhrenjahr 2012 - trotz vorvergilbter Leuchtmasse... © Bild: JLC 
5. Tudor Pelagos – wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die kleine Schwester von Rolex eine ebenso moderne wie vom Mutterhaus emanzipierte Dreizeigeruhr lancieren könnte, die dennoch die eigene Historie berücksichtigt. Einzig die Bandanstösse beim Kautschukband (typisch Rolex) hätte man weglassen können.
6. Tudor Heritage Black Bay – angesichts des gewählten Titels eine sehr freie und nicht ganz korrekte Neuauflage eines Klassiker, aber optisch dennoch ein durchaus leckeres Konzept, das einen weiteren Platz für Tudor in den Top-Ten mehr als rechtfertigt. Über die rote Farbwahl dürfen indes andere urteilen…
7. Certina DS Action Diver Chrono – ein sportlicher, optisch gefälliger Taucherchrono, dem man wohl einzig die deplatzierte weisse Datumsscheibe und den unpassenden Sekundenzeiger zur Last legen könnte. Nichtsdestotrotz: Insgesamt eher gut gelungen und langfristig sogar interessanter als die 2011 lancierte Dreizeigeruhr.
8. Ball Watch Co. NEDU (Navy Experimental Diving Unit) – alleine schon die Lünette im Seitenprofil hätte eine Aufnahme in diese Liste mehr als gerechtfertigt… eine der Uhren, an der sich der Betrachter lange nicht sattsehen wird. Oder anders gesagt: Ball hat mit der NEDU ihre bislang gelungenste Taucheruhr lanciert, auch wenn das Zifferblatt sehr unruhig scheint.
9. Maurice Lacroix Pontos S Chrono – nicht der erste Tauchgang von Maurice Lacroix, aber mit der Pontos S hat das Unternehmen nun definitiv seinen eigenen Stil ins Thema gebracht. Und mit der Doppelbelegung des Drückers bei 2 Uhr zudem eine interessante Lösung für Liebhaber innenliegender Lünetten gefunden.
10. Rado D-Star Chrono – keine überdurchschnittlich schöne, geschweige denn funktionelle Taucheruhr, aber Rado hat dennoch das Kunststück geschafft, mit der D-Star-Linie eine mechanische Uhrenfamilie zu präsentieren, die auf Anhieb selbst ausserhalb der Rado-Fangemeinde mehrheitlich akzeptiert wurde. Hut ab davor.

Ihr Favorit ist nicht dabei? Hinterlassen Sie doch einen Kommentar, was aus Ihrer Sicht die Highlights 2012 waren! - Sämtliche Bilder aus Basel gibt’s hier, alle Artikel rund um die Neuheiten 2012 hier.

Subwing

Wer sich schon immer mal wie ein Manta fühlen wollte, Subwing ist praktisch wie Wasserski-Fahren, einfach unter Wasser… ;-) mehr dazu hier.

Sonntag, März 11, 2012

Orient: Zuwachs in der M-Force

orient_WV0071ELOrient verpasst seiner sportlichen M-Force-Linie in den kommenden Tagen ein neues Familienmitglied, vorerst in drei Farbvarianten: Die links abgebildete Ref. WV0071EL mit schwarzem Blatt, die WV0081EL mit blauem und die WV0091EL mit bordeaux-farbenem Zifferblatt. Der Preis wird mit ¥ 61’950 (ca. 570 Euro inkl. Steuern) angegeben, im Innern kommt ein hauseigenes Kaliber 40N5A zum Einsatz.

200m Wasserdichtheit, Saphirglas und ein Durchmesser von 52mm inkl. Krone runden das Paket ab. Mehr Infos gibt’s hier: Link

© Bild: Orient

Baselworld: Squale

Es dürfte ein paar Jahrzehnte her sein, da man Squale hier in Basel zu letzt als Aussteller (wenn auch momentan nur mit einer Vitrine) gesehen hat…

Samstag, März 10, 2012

Hublot: Oceanographic 1000m (endlich)


© Bild: Barge

TZ-Mitglied Barge ist zu verdanken, dass wir doch noch ein paar brauchbare Bilder der Oceanographic 1000m in brauchbarer Zeit zu sehen kriegen… Offizieller Launch soll im Sommer erfolgen. Link

Freitag, März 09, 2012

Tauchgang in Basel (1)

Nach ein einem ersten Rundgang ist das die derzeitige Ausbeute an Drehringen mit Neuheitswert. Die Reihenfolge ist alphabetisch, nicht abschliessend und hat nichts mit der Qualität der ausgestellten Uhren zu tun. Grossansicht jeweils bei Klick erhältlich, Kommentare und Infos folgen laufend.

Teil 2 / Teil 3

Ball: Skindiver und Nedu

ball_nedu_black

Bei Ball Watch gibt’s heuer ebenfalls ein paar interessante News (Real-Bilder vom Messestand folgen dann später) zu vermelden:

Einerseits der links abgebildete Chronograph mit dem Namen Nedu, vor allem aber die weiter unten gezeigte Skindiver, die den Vintage-Stile erstmals bei der Marke zeigt. - Und die trotz gewisser Designanleihen durchaus gefällig daherkommt, auch wenn das geteilte Datumsfenster völlig sinnbefreit ist.

Beim Chrono gibt’s eine Keramik-Lünetteneinlage und den Kronenschutzbügel sowie erstmal ein in die Krone integriertes Heliumventil, die Skindiver kommt da etwas ziviler daher. Mehr dazu dann später.

© Bilder: Ball

Ball_skindiver

Doxa: Neuer T-Graph

Etwas unerwartet bin ich am Doxa-Stand gerade eben über eine neue Version des T-Graphs gestolpert, der nun ebenfalls mit Saphirglas-Lünetteneinlage und dem leicht angepassten, asymmetrischen Gehäuse als limitiere Edition daherkommt. Beim Werk der 45mm grossen Uhr kommt ein ETA 2894 zum Einsatz, Zifferblätter gibt’s vorerst in schwarz (Sharkhunter) und orange (Professional).

doxa-t-graph-2012Zeitgleich wird Doxa noch eine Variante mit der klassischen Lünette (siehe Abbildung links) lancieren, wie das Unternehmen auf seiner Facebook-Page bekannt gab:

“To pre-order, or find out more, send us an email at help@doxawatches.com…” Preislich liegen beide Modelle bei $2’590 für Vorbesteller, nachher bei $3’490 für die Saphirglas- resp. $ 3’290 für die Stahllünette.

Erstes Fazit: Die Saphirglaslünette wirkt nach wie vor etwas fremd, dafür ist die Version mit Stahllünette definitiv gelungen, wenn man von der unglücklichen Platzierung des Datums mal absieht.

© Bild klein: Doxa

Donnerstag, März 08, 2012

Alpina: Facelift für die Extreme Diver

alpina© Alpina

Wie’s scheint, hat Alpina seiner Extreme Diver einen leicht angepassten Look verpasst. Insgesamt eine Veränderung zum Guten, wie’s mir scheint (und wir lassen die Sache mit dem Datumsfenster einfach mal unkommentiert).

via

Mühle: Marinus Chrono

3 Jahre nach ihrem Debut in Basel, lanciert Mühle heuer eine Chrono-Version der Marinus (siehe auch Beitrag hier). Streng genommen noch immer nicht zu 100% als Taucheruhr konzipiert, bleibt sie dennoch bis 300 Meter wasserdicht und kommt mit Drehring und noch immer nicht ganz korrekter Zeigerstellung fürs Shooting...;-).

Preislich schafft sie’s dafür auf 3’500 Euro.

Breitling: Gold für die SuperOcean

breitling_SuperOcean_heritage_gold
©
Breitling

Und etwas eleganter wird’s mit der angepassten SuperOcean Version mit Goldlünette (betrifft ebenfalls die Heritage-Reihe):

“Für Tiefsee-Eroberer bietet Breitling die leistungsstarken und eleganten Automatikmodelle Superocean 44 und Superocean Chronograph II in neuen Versionen an. Die in eine Richtung drehbare Lünette ist nun mit einem 18-karätigen Roségoldring bestückt, und die Zeiger im selben Goldton heben sich vor dem schwarzen Hintergrund ab. Armbänder gibt es aus Leder, Kautschuk und Stahl.”

Mehr dazu hier: Link

Breitling: SuperOcean Heritage Chrono neu in 44mm

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© Breitling

Breitling scheint auf Kundenwünsche einzugehen: Die SuperOcean Heritage Chrono kommt neu als leicht reduzierte Version mit 44mm Durchmesser.

Mehr hier: Link

Breitling: SuperOcean M2000

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© Breitling

Breitling präsentiert den ersten bis zu einer Tiefe von 2’000 Metern bedienbare Chrono. Die Drücker funktionieren dabei über einen Magnet-Kontakt, das Werk ist Quartz (Kaliber 73).

Mehr hier: Link

Glycine: Combat Golden Eye

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© Glycine

Gelungene Kombination aus PVD-Gehäuse und Rotgold-Lünette. Mehr dazu hier: Link

Omega: Seamaster Planet Ocean Ceragold

Der neue Materialmix ist vorerst nur in der Lünette zu finden, insgesamt ist die Erweiterung aber gut gelungen. - Für eine goldene Taucheruhr.

Pita: Neue Oceana in Titan

Noch etwas verschwommen war sie im Newsletter, aber immerhin schon mal angekündigt: Die spanische Uhrenmarke Pita zeigt in Basel eine neue Version der Oceana in Titan.

Hublot: King Power Oceanographic 1000

Wirft man bei Hublot einen Blick in die leider nicht öffentlich einsehbare Neuheiten-Vitrine, fallen einerseits die blaue und weisse Versionen der King Power Oceanographic 4000 auf, vor allem aber eine Erweiterung der Linie, die entweder stark nach Tiefenmesser aussieht, oder nach einem bis 1000 Meter wasserdichten Chronograph mit zentralem 60-Minuten-Zeiger. Vermutlich eher letztgenanntes. Mehr dazu später, wenn ich doch noch irgendwie an ein Bild und Infos komme…

Mittwoch, März 07, 2012

Tudor: Pelagos Diver in Titan

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© Tudor

Hola: Das kam jetzt eher unerwartet. - 500m Wasserdichtheit, 42mm Titan-Gehäuse und HE-Ventil. Die neue Pelagos von Tudor erweist sich als modernere Interpretation im Vergleich zur Black Bay. Und dürfte innerhalb des Rolex-Konzerns die erste Serienuhr mit Titangehäuse sein… und angesichts der bei der Mutter zu erwartenden Preisentwicklung langsam eine ernsthafte Alternative…

Mehr Infos und eine interessante Demo der Schliesse gibt’s hier: Link

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